Wer war ich bevor ich geprägt wurde?

In unserer individuellen Persönlichkeitsentwicklung liegen die Schlüssel zu manch fest verschlossener Tür unserer heutigen Möglichkeiten.

In meiner Arbeit begegnet mir oft die Frage:

"Wieso schaffe ich dies oder jenes nicht - andere schaffen es doch auch einfach so?"

 

Wir werden von Anfang an unserer Entwicklung individuell geprägt.

Schon im Leib unserer Mutter beginnt die Prägung unseres einzigartigen ICH`s.

Genetisch veranlagt, aber auch durch das seelische Befinden unserer Mutter, während wir in ihr heranwachsen, werden die ersten "Zeichen" gesetzt.

Weitere Lebenserfahrungen beginnen mit unserem ersten Lebenstag und werden, gerade in den ersten Lebensjahren, hauptsächlich von unserer Familie geprägt.

Diese Prägung unseres Selbst behalten wir in den meisten Fällen bis an unser Lebensende.

Natürlich entstehen Modifikationen durch die Lebenserfahrungen in Schule, Ausbildung, Beruf usw. aber die grundsätzlichen Persönlichkeitsmerkmale, die in den ersten Lebensjahren durch unsere Familie beeinflusst werden, bleiben erhalten.

 

Wären wir in einer anderen Familie aufgewachsen, würden diese Merkmale ganz anders aussehen - wir wären eine andere Persönlichkeit mit anderen Verhaltensmustern.

Mit großer Dankbarkeit über diese Erfahrungswerte kann ich, dank meines Pflegesohnes behaupten, dass dies gravierend sein kann :-)

Das heißt also, dass ein großer Teil dessen, was wir selbst als unsere Persönlichkeit empfinden, gar nicht unser eigenes Selbst ist.

Es wurde uns von außen praktisch "aufgeprägt".

Dies ist ein Prozess, der bereits über Jahrtausende geht. Immer erhält die heranwachsende Generation ihre erste Prägung von ihren Eltern, und diese wiederum von ihren Eltern und so fort.

Also haben wir praktisch auch von unseren Vor-Vor- Vorfahren Spuren ihrer Prägungen in uns. Und wenn wir bedenken, durch welche (Über)-Lebensumstände und Sorgen sie früher geprägt wurden ....!

 

Nur zu gut kann sich sicher ein Jeder an Äußerungen und Verhaltensweisen der Eltern (oder Elternfiguren) erinnern, die uns klein, nicht lieb gehabt, erniedrigt, nicht ernst genommen, traurig, etc. haben fühlen lassen.

 

 

Aber:

Auch unsere Eltern haben "ihre Prägung".

Auch ihr Handeln war in gewissen Situationen von Überforderung und Hilflosigkeit geprägt.

Jedoch haben sie sicherlich in jedem Moment das Beste für ihr Kind geben wollen!

Eben so gut, wie sie es aus ihren Kräften heraus leisten konnten.

 

 

Nun zur Frage:

 "Wie würde mein eigenes Selbst, meine Persönlichkeit aussehen, wenn ich die Prägung durch andere Menschen weitestgehend entfernen könnte? Wer oder wie wäre ICH wirklich und wie komme ich dort hin?"

 

Wenn unsere Persönlichkeit fertig entwickelt ist (in den meisten Fällen also im Erwachsenenalter) sind wir so gut wie nicht mehr in der Lage, zu unterscheiden oder zu erkennen, welches Gedankengut von unserem eigentlichen ICH und welches von unserer äußeren Prägung stammt.

All unsere (von außen aufgebrachten) Sichtweisen, Beurteilungen und Wahrnehmungen scheinen der eigenen Persönlichkeit zu entspringen. Daher identifizieren wir uns mit unseren Verhaltensmustern.

Aber so ist es eigentlich gar nicht. 

 

 

Bereinigt von diesen äußeren Prägungen würden wir plötzlich ganz anders sein können.

Wir könnten die Welt mit anderen Augen sehen, haben andere Wertvorstellungen und Wünsche.

Visionen der Kindheit melden sich plötzlich wieder, die längst verloren geglaubt schienen usw.

Bereinigt von diesen äußeren Prägungen können wir wieder mehr wir selbst sein.

 

Die Abkehr von seiner eigenen Natur, also der heutige allgemeine "Normalzustand", ist verbunden mit ständiger Unzufriedenheit, Stress, Krankheit, Zukunftsangst, usw.

Die Rückkehr zur eigenen Natur ist verbunden mit Lebensfreude, Unternehmungslust, Ideen, steigender Gesundheit (unabhängig vom Alter) und häufig mit dem Wunsch, die verloren geglaubten Visionen der Jugend jetzt doch noch umzusetzen (unabhängig vom Alter).

Bisher eventuell gesehene unüberwindbare Barrieren kehren sich plötzlich um in Möglichkeiten, die allgemeine Aktivität wird gesteigert - kurzum, das Leben macht wieder mehr Spaß. 

 

Nun könnte leicht der Eindruck entstehen, wir seien dieser Fremdprägung hilflos ausgeliefert.

Das sind wir zu einem gewissen Teil auch. Aber nur in den ersten Lebensjahren als wir noch abhängig von unseren Eltern waren.

Mit zunehmender Reife der Persönlichkeit erweitern sich die Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. 

 

Der Auflösungsprozess beginnt mit der Bewusstwerdung der Existenz dieser aufgeprägten Verhaltensmuster.

Wer diese Tatsache für sein eigenes ICH annehmen kann, wer für sich sagen kann: "Ja, auch ich habe solche Fremdprägungen, die mich am Glücklichsein hindern!", der hat den ersten Schritt im Auflösungsprozess getan. 

 

Der nächste Schritt ist die bewusste Entscheidung, etwas zu ändern.

 

Es lohnt sich also für die meisten Menschen, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. 

Während der einzelne Mensch eigene Verhaltensmuster ausschließlich selbst ändern darf, um Manipulationen zu vermeiden, kann bei der Erkennung der eigenen Muster professionelle Hilfe eine große Unterstützung, oft sogar Voraussetzung sein.

 

Gerne unterstütze ich Sie auf ihrer "Rückkehr" zu sICH :-)

Herzlich lade ich Sie ein, Kontakt zu mir aufzunehmen.

Ihre Ilona Heinrichs-Portal

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