Wutausbrüche verstehen...

Erst einmal Wutausbrüche verstehen...

um sie dann besser bewältigen zu können.

 

Kinder wollen oftmals mehr, als sie können und dürfen.

Diese Diskrepanz versetzt sie in solch große Spannung, dass sie von Zeit zu Zeit "ausrasten".

 

Ob es nun die Unfähigkeit ist, die Eisenbahnen richtig zu verlegen oder die Unfähigkeit, zu verkraften, vor dem Mittagessen kein Eis zu bekommen.

Das Kind ist wütend über sich und die Welt.

Es schreit ziemlich laut und lässt sich nicht anfassen.

Manche schreien so lange, bis sie blau anlaufen oder schlagen vor Zorn mit dem Kopf auf den Boden - aus Verzweiflung. Verzweifelt darüber, es noch nicht zu schaffen (bzw. es noch nicht gelernt zu haben), mit diesem schrecklichen Gefühl alleine umzugehen.

 

Und mal ehrlich - einige Erwachsene kennen dieses Gefühl der Verzweiflung und Ohnmacht in ihrer Wut ebenfalls und schaffen es auch nicht immer, sich in der Kontrolle zu halten.

Auch sie sind in diesen Momenten hilflos ihren Emotionen ausgeliefert.

 

Untersuchungen an Kindern in solch starker Wut haben gezeigt, dass sie während eines Anfalls nicht in der Lage sind, ihre Umgebung wahrzunehmen. Also brauchen wir Eltern in dieser Phase gar nicht erst unsere kostbare Energie verschwenden :-)

 

Wenn uns Eltern bewusst ist, was in den Kindern vorgeht - eben, dass Kinder den Wutausbrüchen hilflos ausgeliefert sind und auch selbst darunter leiden, dann sind sie leichter zu ertragen.

 

Dann verunsichert uns auch nicht mehr der Gedanke, unser Kind wolle uns ärgern oder tyrannisieren.

 

Ein Kind trotzt, weil es etwas nicht kann oder darf, hilflos ist und sich schrecklich alleine fühlt. 

Nicht um dadurch etwas zu erreichen!

Es kann sich zwar ein Muster eingeschlichen haben, welches dem Kind beigebracht hat: " Oh super, wenn ich nur laut und lange genug schreie, bekomme ich, was ich will!" (und sei es negative Aufmerksamkeit) 

 

Wie soll man sich aber nun am besten bei solch einem Wutanfall verhalten?

Kurz zur Info:

Kinder können mehrere Wutanfälle pro Tag (bis zu 15!) haben, sie enden im

allgemeinen nach einigen Minuten, können aber auch eine halbe Stunde

dauern.

Zwischen Erwachsenen und Kindern sollten keine Kämpfe ausgefochten werden. 

 

Es sollte keine Sieger und Besiegte geben.

  • Eltern sollten versuchen, bei so einem Anfall ihrem Kind gegenüber immer die gleiche konsequente Haltung zu haben.
  • Sie sollten dem Kind signalisieren: Ich bin bei dir, ich lass dich nicht aus den Augen. Ich kann das Ende deines Wutanfalls ganz in Ruhe abwarten. 
  • Manchmal hatte ich schon Erfolg mit der Frage: Wie kann ich dir jetzt mit deiner Wut helfen?  Dann kam vielleicht ein mauliges : "Gar nicht - geh weg!" (aber ich war mir sicher, dass diese Frage das Kind zumindest schon mal etwas von seiner Wut abgelenkt hat ;-)
  • Am besten ruhig und verständnisvoll abwarten...so schwer es auch sein mag!
  • Nicht nur die Kinder müssen es aushalten - auch die Eltern.
  • Lassen sie sich von missbilligenden Blicken ihrer Umgebung nicht beeinflussen oder erpressen, sonst erfahren die Kinder bald, dass die Eltern in solchen Situationen nachgiebiger sind. (..und das Geschrei wohl dann doch was bringt)
  • Für ein Kind ist es nicht hilfreich, während eines Anfalls alleine zu sein (nicht aus dem Zimmer schicken) es signalisiert dem Kind, dass es alleine mit seinem eh schon überfordernden Zustand ist und man es so nicht mag.
  • Sollte sich das Kind in dem Zustand selbst oder andere verletzen, ist das Kind oder der andere zu schützen. (z.B. Gegenstände entfernen)
  • Schimpfen oder gar schlagen verschlimmert die Situation nur noch. Und ruft Schuldgefühle bei den Eltern hervor.

 

In diesem Sinne:

"Liebe mich dann, wenn ich es am

wenigsten verdient habe, denn dann

brauche ich es am meisten."

 





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